Freiwillige Feuerwehr Eissendorf

Die Grillsaison ist eröffnet

Wahrscheinlich denken Sie, liebe Leserinnen und Leser unserer Homepage, es werde schon nichts passieren. Denn schliesslich ist noch nie etwas passiert, es trifft immer nur die Anderen. Doch auch die "Anderen" haben soetwas bis zum Grillunfall garantiert auch gedacht...

Es ist sonnig und endlich herrschen sommerliche Temperaturen. Die Familie Pechvogel trifft sich an diesem Spätnachmittag zum Grillfest auf der Terrasse. Genau so, wie vorher schon so oft. Leckere Salate, Saucen und Grillgut stehen schon bereit, es gibt Bier und Prosecco.

Papa Pechvogel steht am Grill, natürlich in Hawaiihemd und kurzer Hose, plötzlich fährt seine Tochter mit dem Dreirad gegen den Grill, dieser stürzt um. Vater und Tochter Pechvogel erschrecken sich und erleiden schwere Verbrennungen auf der Haut. Plötzlich herrscht Panik, von der bislang ausgelassenen Stimmung keine Spur mehr. Rufe, Schmerzensschreie, hektische Bewegungen, Besserwisserei, Vorwürfe. Schliesslich wählt die Tante den Notruf 112.

Vater Pechvogel kann sich noch mit letzter Kraft in die Dusche schleppen bevor er bewusstlos wird. Seine Tochter hat Verbrennungen im Gesicht - die kleine Maus wird bis an ihr Lebensende entstellt sein.

Nur etwa 4 Minuten später trifft der Rettungsdienst ein. Es gilt zuerst zwei Schwerverletzte zu versorgen, aber auch eine Handvoll Familienmitglieder, die das Drama mit angesehen haben und unter Schock stehen. Der Notarzt lässt die Tochter ins Kinderkrankenhaus bringen, Vater Pechvolgel begleitet er in das Unfallkrankenhaus am anderen Ende der Stadt. Alle Anderen sind nach etwas Seelischer Betreuung und Sauerstoffgabe glücklicherweise nicht transportpflichtig. Eine kleine Ursache kann also schnell zu vielen Verletzten führen.

Der Abend ist natürlich gelaufen. Betroffenheit und Tränen machen sich breit, auf Essen hat trotz Hunger niemand mehr Lust. Man macht sich Sorgen...

Dies ist nur ein Beispiel für einen Grillunfall. Es gibt hunderte weitere Szenarien, besonders gefährlich ist natürlich die Verwendung von flüssigem "Grillanzünder", insbesondere von Spiritus.

Deshalb tun Sie sich selbst und Ihren Freunden und Familienmitgliedern den Gefallen und denken sie daran:

- Den Grill nur im Freien und auf einer standsicheren Fläche betreiben. Tabu sind natürlich ein Grillentzünden unter Vordächern, in Garagen und auf wackeligem Untergrund oder in der Nähe von den wenigen, in Eißendorf verbliebenen,  Reetdachhäusern. Achten Sie auf die Windrichtung  (Funkenflug) und lassen Sie den Grill nie ohne Aufsicht.

 - Grillmeister tragen - übrigens genauso wie Feuerwehrleute - keine Kleidung aus Polyester oder Mikrofaser (Kunststoffen). Polyester hat oft schlechte Brandeigenschaften und schmilzt schnell bei Hitzebeaufschlagung. Dies führt zu unschönen Verklebungen mit der Haut und schlimmen Verletzungen.

- Abstand halten und einen "Grillbereich" markieren - eine Sperrzone für Gäste und Kinder. Jeder kann mal stolpern, geschubst werden oder erschrecken - auch Erwachsene, z.B. unter Alkoholeinfluss.

- Immer Zubehör aus dem seriösen Fachhandel verwenden, also zugelassenen Grillanzünder oder die üblichen Grillkamine, benutzen Sie bitte Grillbesteck, legen Sie Schürze und Handschuhe bereit. Tabu ist z.B. die Verwendung von Spiritus als Anzünder.

- Wenn doch mal etwas passiert rufen Sie unverzüglich Feuerwehr und Rettungsdienst über Notruf 112 an. Zögern Sie sich nicht, sofort Hilfe anzufordern: je eher Sie anrufen, desto eher ist auch professionelle Hilfe zur Stelle. Hier können Sie sich bereits vorher mit einem Notruf vertraut machen.

- Brandwunden kühlen, idealerweise mit Wasser. Hierzu bieten sich Dusche, Gartenschlauch o. ä. an. Verzichten Sie auf Salben und Hausmittel. Bitten Sie jemanden, an der Straße die Rettungskräfte einzuweisen.

- Vorsicht: die Kohle bzw. Asche bleibt noch einige Stunden heiß und kann auch nach dem Ende des Events noch Schaden anrichten, nämlich Brandverletzungen hervorrufen, Feuer auslösen oder Plastik schmelzen. Entsorgen Sie Asche oder Einweggrill nicht, wenn diese noch warm sind. Alleine in diesem Frühjahr brannten an einem einzigen Tag in Hamburg über 50 Müllcontainer in öffentlichen Anlagen, nur durch achtlos weggeworfene Einweggrills.

- Erklären Sie die Gefahren beim Grillen auch (Ihren) Kindern.

- Nach dem Grillen ist vor dem Grillen - achten Sie auf sich, Ihre Mitmenschen und auf unsere Umwelt.

Wenn Sie also schon Kleinigkeiten und Selbstverständlichkeiten beachten und umsetzen, wird Ihre Grillfeier bestimmt ein Erfolg. Und Sie müssen dann auch nicht hungrig zwischen zwei Krankenhäusern pendeln - wie in unserem Beispiel oben.

Guten Appetit in der Grillsaison wünscht Ihre

Freiwillige Feuerwehr Eißendorf.

Foto: © Flavijus Piliponis - Fotolia.com /B.Azzouz FF-Eißendorf